ChatGPT zeigt seit Montag auch in Deutschland Werbung – und gleichzeitig bekommt Claude ein gemeinsames Gedächtnis für Chat und Cowork, das dir das ewige Wiedererklären erspart.
ChatGPT zeigt jetzt auch in Deutschland Werbung
Seit dem 24. August blendet OpenAI in 31 europäischen Ländern Anzeigen unter den ChatGPT-Antworten ein – gekennzeichnet als „gesponsert” und optisch vom Chat abgesetzt. Betroffen sind nur die Tarife Free und Go; Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben werbefrei. In Europa startet OpenAI ohne Personalisierung, das heißt: frühere Chats und gespeicherte Erinnerungen fließen vorerst nicht in die Auswahl der Anzeigen ein. Warum wichtig: Wenn du ChatGPT kostenlos nutzt oder anderen zeigst, sieht das ab sofort anders aus – gut zu wissen, bevor dich jemand in einer Schulung darauf anspricht. Wer ein bezahltes Abo hat, merkt nichts davon.
Claude merkt sich jetzt alles – Chat und Cowork teilen ein Gedächtnis
Anthropic hat am 25. August die Erinnerungen von Claude-Chat und Claude Cowork zusammengelegt. Was du im normalen Gespräch erklärst, weiß Cowork jetzt auch – und umgekehrt. Die gespeicherten Infos liegen als kurze, nach Themen sortierte Notizen unter *Einstellungen → Memory*, wo du sie lesen, bearbeiten und löschen kannst. Sensible Themen wie Gesundheit, Politik oder Geschlechtsidentität bleiben standardmäßig außen vor. Warum wichtig: Genau der Reibungspunkt, den du bei Cowork hattest – Projektkontext neu erklären – fällt weg. Die Funktion ist auf Free, Pro und Max standardmäßig an; schau also einmal rein, was Claude über dich gespeichert hat.
OpenAIs eigener Chip „Jalapeño” schlägt Nvidia bei der Energieeffizienz
Auf der Chip-Konferenz *Hot Chips* zeigte OpenAI am 25. August erste Messwerte seines selbst entwickelten Chips: 1,5- bis 1,9-mal mehr Rechenleistung pro Watt und deutlich kürzere Antwortzeiten als vergleichbare Nvidia-Systeme. Ab Ende 2026 soll er in OpenAIs eigenen Rechenzentren laufen. Fachleute mahnen aber zur Vorsicht – der Vergleich hinkt etwas, weil Jalapeño neuere Speicherbausteine nutzt als das Nvidia-System im Test. Warum wichtig: Strom ist der größte Kostenblock beim KI-Betrieb. Wenn die großen Anbieter eigene, sparsamere Chips bauen, sinken langfristig die Preise für uns Nutzer – und Nvidias Quasi-Monopol bekommt Risse.
ChatGPT-Aufgaben werden zu echten Automatisierungen – und sind jetzt auch gratis
Ebenfalls am 25. August hat OpenAI die *geplanten Aufgaben* aufgebohrt: Sie starten nicht mehr nur zu festen Uhrzeiten, sondern reagieren auf Ereignisse – etwa eine neue Mail in Gmail, eine Nachricht in Slack oder eine Änderung auf GitHub. Aufgaben lassen sich außerdem mit anderen teilen, und Free-Nutzer dürfen jetzt bis zu drei davon anlegen. Vor folgenreichen Schritten fragt ChatGPT vorher nach. Warum wichtig: Das ist die Sorte Funktion, die aus einem Chatbot einen kleinen Assistenten macht – vergleichbar mit dem, was du dir über Skills und Automatisierungen schon gebaut hast, nur ohne Technikaufwand.
Mistral öffnet seine Plattform für chinesische Modelle
Das französische Unternehmen Mistral – Europas bekanntester KI-Anbieter – lässt künftig auch fremde Open-Weight-Modelle (KI-Modelle, deren Gewichte frei heruntergeladen werden dürfen) auf seiner Infrastruktur laufen. Den Anfang macht GLM-5.2 der chinesischen Firma Z.ai. Du kannst dabei wählen, ob die Verarbeitung in Europa oder den USA stattfindet. Eigene Modelle will Mistral weiterhin entwickeln. Warum wichtig: Interessant für alle, die auf Datenverarbeitung in Europa achten müssen: leistungsstarke Modelle, aber Betrieb auf europäischer Infrastruktur. Strategisch heißt es aber auch, dass Europa den Anschluss beim Modellbau selbst schwerer hält.
IBM veröffentlicht Granite 4.2 – frei nutzbare Modelle, die auch lokal laufen
IBM hat am 25. August drei neue Modelle in den Größen 3B, 8B und 30B veröffentlicht, komplett frei nutzbar unter Apache-2.0-Lizenz. Sie haben einen umschaltbaren „Nachdenk-Modus” und wurden darauf trainiert, Werkzeuge zu bedienen, Code auszuführen und im Web zu suchen. Die kleineren Varianten sind bewusst so gebaut, dass sie auf normaler Hardware laufen – etwa über Ollama oder LM Studio. Warum wichtig: Wenn du mit lokalen Modellen experimentierst, ist das eine der interessantesten freien Optionen des Sommers – nichts verlässt deinen Rechner, und die Lizenz erlaubt auch geschäftliche Nutzung.
Automatisch aus unserem KI-Wochenrückblick zusammengestellt.
