Claude baut jetzt Ihre Folien, Google organisiert den Haushalt – und ein Prompt gegen endlose Mail-Ketten

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🧠 obwissenswert – Ihr KI-Update (KW 39, 22.09.2026)

In 5 Minuten: die wichtigsten KI-News, ein Tool, ein Prompt zum Mitnehmen – und wie Sie KI im Alltag wirklich nutzen.

Guten Tag zusammen, die letzte Ausgabe liegt länger zurück als geplant – ab jetzt kommt das Update wieder regelmäßig. In dieser Woche: ein KI-Assistent, der Ihnen fertige Folien und Dokumente statt Textwüsten liefert, ein Blick darauf, wohin sich diese Assistenten entwickeln, und ein Prompt, der Ihnen das Nachlesen langer E-Mail-Ketten abnimmt.


1. 📰 KI-News – einfach erklärt

Claude liefert jetzt fertige Dokumente und Präsentationen

Anthropic hat am 16. September zwei Dinge getan: Die beiden bisherigen Oberflächen „Chat” und „Cowork” wurden zu einer zusammengelegt – Sie müssen also nicht mehr vorher entscheiden, ob Ihre Aufgabe „nur eine Frage” oder „richtige Arbeit” ist. Und neu dazu kommen Docs und Slides: Statt eines langen Textes im Chatfenster bekommen Sie ein echtes Dokument oder eine Präsentation zurück, die Sie weiterbearbeiten und als PDF oder PowerPoint herunterladen können. Ausgerollt wird zuerst für die Bezahltarife, kostenlose Zugänge folgen später. Warum wichtig: Der lästigste Schritt fällt weg – das Umbauen einer KI-Antwort in das Format, das Sie eigentlich brauchten. 🔗 Quelle: TechCrunch

Google testet einen KI-Assistenten für die ganze Familie

Googles Assistent „CC” kann seit dem 17. September von bis zu sechs Personen gemeinsam genutzt werden. Er hat ein eigenes Konto, jeder gibt frei, was er teilen möchte – und er unterscheidet, was allen gehört (die übliche Einkaufsliste) und was nur einer Person (deren Termine). Noch ein frühes Experiment, vorerst nur in den USA. Warum wichtig: Die Richtung ist interessant, auch fürs Büro: weg vom persönlichen Chatbot, hin zum Assistenten für ein ganzes Team mit gemeinsamem Gedächtnis. 🔗 Quelle: Google Blog

OpenAI legt offen, wenn sich seine Modelle danebenbenehmen

Ebenfalls am 16. September hat OpenAI ein festes Verfahren veröffentlicht, um auffälliges Verhalten seiner Modelle zu melden – mit verbindlichen Fristen von sechs bzw. zwölf Arbeitstagen. Sechs Fälle wurden gleich mitgeliefert, darunter ein Modell, das sich selbst Anweisungen in eine Aufgaben-Zusammenfassung schrieb, um Vorgaben zu umgehen. Warum wichtig: Wer KI im Betrieb einsetzt, braucht belastbare Antworten auf „Wie sicher ist das eigentlich?”. Regelmäßige, nachlesbare Berichte sind dafür deutlich mehr wert als Marketingversprechen. 🔗 Quelle: OpenAI


2. 🛠️ KI-Tool des Monats: Claude Docs & Slides

Die meisten KI-Werkzeuge geben Ihnen Text im Chatfenster – und die Arbeit fängt danach erst an: kopieren, in Word einfügen, formatieren, in Folien gießen. Genau hier setzen Docs und Slides an: Sie beschreiben, was Sie brauchen, und bekommen ein fertiges Dokument oder eine Präsentation, die Sie direkt weiterbearbeiten, teilen und als PDF oder PowerPoint exportieren können. So nutzen Sie es: Laden Sie die Unterlagen einer Besprechung hoch und bitten Sie um „eine Präsentation mit acht Folien für die Geschäftsleitung: Ausgangslage, drei Optionen mit Kosten, Empfehlung”. Sie bekommen einen Entwurf, an dem Sie feilen – statt einer leeren Folie, vor der Sie sitzen. 🔗 claude.ai

Kleiner Hinweis zur Ehrlichkeit: Die Funktion ist frisch und startet in den Bezahltarifen. Wenn Sie sie noch nicht sehen, sind Sie noch nicht dran – nicht zu spät.


3. ✍️ Prompt der Woche

Wofür: Sie werden in eine lange E-Mail-Kette hineingezogen und müssen antworten, ohne alles zu lesen.

Du bist mein Assistent für E-Mail-Ketten. Ich gebe dir gleich einen langen Verlauf.
Fasse ihn so zusammen, dass ich in einer Minute wieder im Thema bin:

1. Worum geht es? (zwei Sätze)
2. Was ist bereits entschieden? (Liste, je mit der Person, die es zugesagt hat)
3. Was ist noch offen?
4. Was wird von MIR erwartet? (mit Frist, falls eine genannt wurde)
5. Der Ton der letzten Nachricht: sachlich, drängend oder verärgert?

Regeln: Erfinde nichts. Was nicht im Verlauf steht, kennzeichnest du mit
"steht nicht drin". Nenne bei jedem Punkt, von wem und wann er stammt.

Hier ist der Verlauf:
{HIER DEN MAILVERLAUF EINFUEGEN}

Warum er funktioniert: Punkt 4 trennt das, was Sie betrifft, vom Rest – und die Regel gegen Erfindungen plus die Quellenangabe je Punkt macht das Ergebnis überprüfbar. Punkt 5 klingt nach Spielerei, ist aber oft der wichtigste: Er sagt Ihnen, wie eilig die Sache wirklich ist.


4. 💡 Von der Idee zur Umsetzung

Die Idee: „Wir beantworten seit Jahren dieselben Kundenfragen – das müsste doch einmal aufgeschrieben werden.” So wird daraus an einem Nachmittag eine brauchbare FAQ:

  1. Sammeln: Exportieren Sie aus dem Postfach 50 bis 100 echte Kundenanfragen der letzten Monate. Rohmaterial, ungeordnet, reicht völlig.
  2. Gruppieren: Geben Sie sie einer KI mit der Bitte: „Fasse diese Anfragen zu den 15 häufigsten Themen zusammen und sortiere nach Häufigkeit.” Jetzt sehen Sie schwarz auf weiß, was wirklich oft gefragt wird – meist etwas anderes als vermutet.
  3. Antworten schreiben: Zu jedem Thema eine kurze Antwort in Ihren eigenen Worten. Die KI macht den ersten Entwurf, Sie korrigieren fachlich. Diesen Schritt nicht abgeben.
  4. Prüfen lassen: Eine Kollegin, die nicht daran mitgeschrieben hat, liest gegen. Was sie nicht versteht, versteht der Kunde auch nicht.

Ergebnis: Eine FAQ, die auf echten Fragen beruht statt auf Vermutungen – und die Sie ins Web stellen oder als Antwortvorlagen im Postfach hinterlegen können.

Wichtig: Kundenanfragen enthalten personenbezogene Daten. Entfernen Sie Namen, Adressen und Kundennummern, bevor Sie etwas in ein KI-Werkzeug geben – für die Gruppierung braucht es sie ohnehin nicht.


🔍 Kurz getestet: Drei Wege von Text zu Folien

Alle drei nehmen Ihnen die leere Folie ab. Der Unterschied liegt weniger im Ergebnis als darin, wo Sie ohnehin schon arbeiten:

Claude (Docs & Slides) – stark, wenn die Folien aus Ihren Unterlagen entstehen sollen: Protokolle, Berichte, Notizen hochladen und daraus eine Struktur bauen lassen. Export als PDF oder PowerPoint. Neu und in den Bezahltarifen zuerst.

Microsoft Copilot in PowerPoint – die naheliegende Wahl, wenn Ihr Haus ohnehin mit Microsoft 365 arbeitet: keine zusätzliche Anmeldung, Ergebnis landet direkt in der vertrauten Oberfläche, Ihre Vorlagen und Ihr Corporate Design bleiben erhalten. Dafür kostenpflichtig je Arbeitsplatz.

Gamma – der schnellste Weg zu etwas, das gut aussieht, ohne dass Sie sich mit Gestaltung befassen. Gut für Vorträge, Pitches und Workshops; weniger gut, wenn ein strenges Corporate Design einzuhalten ist.

Für wen was passt: Sind Sie im Microsoft-Haus und brauchen Ihre Hausvorlage? Copilot. Sollen die Folien aus vorhandenen Dokumenten entstehen? Claude. Soll es vor allem schnell und ansehnlich sein? Gamma. Und in jedem Fall: Der Entwurf ist ein Entwurf. Die Botschaft der Folie bleibt Ihre Aufgabe.


👉 Zum Schluss

Eine Frage an Sie: Welche wiederkehrende Aufgabe in Ihrem Arbeitsalltag würden Sie am liebsten abgeben? Antworten Sie einfach auf diese Mail – die besten Einsendungen greifen wir in der Rubrik „Aus der Community” auf.

Wenn Ihnen dieses Update gefällt, leiten Sie es gern an eine Kollegin oder einen Kollegen weiter.

Bis nächste Woche! Ihr Team von obwissenswert


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