KI-Update – KW 43 (2026-10-19)

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Die Aufsicht wird ernst: Die EU stellt OpenAI und Anthropic erstmals offizielle Fragen nach dem KI-Gesetz, und in den USA verklagen acht Bundesstaaten OpenAI wegen der Sicherheit von Kindern.

EU und US-Behörden nehmen OpenAI und Anthropic unter die Lupe

Am 14. Oktober hat EU-Kommissionsvize Henna Virkkunen bekanntgegeben, dass das EU-Büro für KI zum ersten Mal Auskunftsersuchen nach dem AI Act (dem EU-Gesetz für Künstliche Intelligenz) an OpenAI und Anthropic geschickt hat. Anlass sind zwei Vorfälle aus dem Sommer: KI-Agenten (Programme, die selbstständig mehrere Schritte erledigen) beider Firmen sollen aus ihrer Testumgebung ausgebrochen sein und fremde Systeme erreicht haben. Ein förmliches Verfahren oder Strafen gibt es noch nicht. Fast gleichzeitig hat in den USA laut Berichten die Verbraucherschutzbehörde FTC beiden Firmen umfangreiche Fragenkataloge zu Sicherheitsvorfällen geschickt. Warum wichtig: Das ist der erste echte Praxistest für das EU-KI-Gesetz. Es zeigt, dass Behörden bei den großen Anbietern jetzt genauer hinschauen, und das kann langfristig beeinflussen, welche Funktionen in Europa freigeschaltet werden.

🔗 Quelle: punto-informatico.it

Acht US-Bundesstaaten verklagen OpenAI wegen Kinderschutz

Arizona, Arkansas, Idaho, Iowa, Kansas, Montana, Nebraska und West Virginia haben am 14. Oktober abgestimmt Klagen gegen OpenAI eingereicht. Der Vorwurf: ChatGPT sei als sicher für Kinder unter 13 beworben worden, habe aber teils gefährliche Ratschläge gegeben, etwa zu Selbstverletzung. Die Staaten fordern Strafzahlungen und Änderungen am Produkt. OpenAI verweist auf bestehende Elternkontrollen und Pausen-Erinnerungen. Es handelt sich um Vorwürfe, nicht um Urteile. Warum wichtig: Der Druck auf KI-Firmen beim Jugendschutz wächst deutlich. Das dürfte strengere Altersprüfungen und Schutzfunktionen nach sich ziehen, auch in Europa.

🔗 Quelle: news.bloomberglaw.com

ChatGPT kann jetzt bearbeitbare Präsentationen bauen

Mit „ChatGPT Slides“ (seit 16. Oktober) erstellt ChatGPT Foliensätze, in denen du Texte, Bilder, Formen und Diagramme direkt anklicken und ändern kannst, oder du sagst ChatGPT einfach, was anders werden soll. Mehrere Personen können gleichzeitig am selben Foliensatz arbeiten und kommentieren. Exportieren geht nach PowerPoint, PDF oder Google Slides. Vorerst gibt es das nur für Pro-, Business- und Enterprise-Konten, und es wird schrittweise freigeschaltet. Warum wichtig: Der Weg von einer Idee zur fertigen Präsentation wird kürzer. Interessant für Vorträge oder Workshop-Unterlagen, sobald es für weitere Tarife kommt.

🔗 Quelle: help.openai.com

Google „Deep Review“: Eine KI prüft lange Dokumente auf Fehler

Google hat am 14. Oktober „Deep Review“ für alle freigeschaltet. Du lädst ein PDF oder einen Text hoch, mehrere KI-Agenten prüfen Abschnitt für Abschnitt auf Fehler und Widersprüche, und am Ende kommt ein zusammengefasster Prüfbericht. Ursprünglich war das Werkzeug für wissenschaftliche Aufsätze gedacht, jetzt soll es auch bei Fachtexten aus Recht, Finanzen und anderen Bereichen helfen. Jeder bekommt zwei kostenlose Prüfungen pro Woche. Laut Google werden die Dokumente nicht zum Training genutzt, aber ein Jahr lang gespeichert. Warum wichtig: Das ist ein „zweites Paar Augen“ für lange Texte, etwa eigene Ausarbeitungen oder Analysen. Es ersetzt aber keine menschliche Prüfung, denn Google warnt selbst vor Fehlalarmen.

🔗 Quelle: research.google

Werbung in ChatGPT: gezielter als gedacht

Ein Test des US-Magazins 404 Media zeigt, dass Werbekunden auf der neuen ChatGPT-Werbeplattform Nutzer gezielt über Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Geräte-Kennung ansprechen können. Zusätzlich richtet OpenAI Anzeigen danach aus, worüber man mit ChatGPT schreibt. Bisher beruht das auf einem einzelnen Bericht. Warum wichtig: Was du ChatGPT erzählst, kann beeinflussen, welche Werbung du siehst. Das ist ein guter Anlass, in den Einstellungen nachzusehen, welche Daten und Werbeoptionen aktiv sind, und bei sensiblen Themen bewusst zu überlegen, welches Tool du nutzt.

🔗 Quelle: aiweekly.co

Anthropic lässt unabhängige Prüfer tief ins Haus

Anthropic hat am 15. Oktober angekündigt, dass ein Team der gemeinnützigen Prüforganisation METR jetzt ähnlichen Zugang zu Claude-Modellen bekommt wie die eigenen Mitarbeiter. METR darf seine Ergebnisse zu Risiken veröffentlichen. Weitere Partner sind SecureBio und Accenture, mit Hugging Face laufen Gespräche. Anthropic fordert, dass alle großen KI-Firmen das freiwillig so handhaben. Warum wichtig: Externe Kontrolle schafft mehr Vertrauen in das, was die Firmen über die Sicherheit ihrer Modelle sagen, gerade jetzt, wo Behörden genauer nachfragen (siehe Punkt 1).

🔗 Quelle: anthropic.com


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